Dreifach geprüft und zertifiziert

Dreifach geprüft und zertifiziert

Mit der Avitana GmbH betrat auf der A30 Küchenmeile 2018 ein neuer Anbieter für Plasma-Umluftfilter die Bühne. Neben Modellvielfalt und einer leichten, flexiblen Montage wirbt das Herforder Unternehmen mit einer dreifachen Zertifizierung seines eigenentwickelten Filtersystems „Made in Germany“.

Sie nennt sich Avitana Plasma-Technologie, hat ihren Firmensitz in Herford und gab ihr Debüt auf der area30 vor zwei Jahren. Dort stellten die beiden Geschäftsführer Carmen Ehlebracht und Jürgen Heitmann ihre ersten eigenentwickelten Plasma-Umluftfilter vor – heute sind es insgesamt 18 Modelle für alle Einsatzbereiche. Denn die in ihren Anfängen zunächst industriell genutzte Luftreinigungs-Technologie – zur Beseitigung von Koch- und Bratgerüchen, Viren, Bakterien, Milben, Staub, Pollen, Tabakrauch etc. – ist seit etlichen Jahren auch in privaten Haushalten im Einsatz und findet dort ihre Liebhaber.

Drei Produktfamilien
Das Angebot ist in drei Produktwelten aufgeteilt, abhängig vom Einsatzgebiet und der Luftleistung: aira Rondo, aira Plano und aira Quadro. Die aira Rondo Modelle eignen sich für alle gängigen Dunstabzugshauben mit Luftleistungen von 400 bis 1.000 m³/h, die Filter der Serie aira Plano speziell für Flachund Kopffreihauben mit Luftleistungen zwischen 400 und 1.000 m³/h. Die aira Quadro Filtereinheiten wurden speziell für die sich stark im Markt entwickelnden Downdraft-Lösungen mit Luftleistungen von 400 bis 1.200 m³/h entwickelt. Aufgrund ihrer niedrigen Bauhöhe passen sie auch in Deckenlüfter und Dunstabzüge mit schmalen Schächten. Jüngster Neuzugang in der Quadro-Produktfamilie ist der Quadro L(-Form). Er ist in zwei Längenmaßen erhältlich und wird im Unterschrank direkt hinter dem Lüftermotor sowie an der Innenrückwand stehend eingebaut.

Die Ausleitung der gereinigten Luft erfolgt dann entweder nach vorne, hinten oder zur Seite. Auf seine bis auf die Elektronik recycelbaren aira-Filterfamilien „Made in Germany“ gibt der Hersteller eine Gewährleistung von fünf Jahren. Es sind auch Exklusiventwicklungen und passgenaue Sonderanfertigungen möglich. Die UVP (Endverbraucherpreise zzgl. MwSt.) der aira Standard-Filtermodelle liegen zwischen 449 und 998 Euro.

Geprüft und zertifiziert
Die Serien Rondo und Quadro sind VDE-zertifiziert, die Serie Rondo befindet sich gerade im Prüfungs- und Zertifizierungsprozess. Um Industrie, Handel und Endverbrauchern Produktsicherheit zu geben, lässt das Unternehmen sein in allen Umluftfilter-Modellen einheitliches Kaltplasma-Filtersystem jährlich beim VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut in Offenbach a. M. auf allgemeine elektronische und elektromagnetische Sicherheit sowie nach den DIN* für Dunstabzugshauben und andere Wrasenabsaugungen prüfen und zertifizieren. Neben dem VDE-Zeichen holte sich die Avitana GmbH als nächstes das IUTA-Zertifikat des Energie- und Umweltinstituts Duisburg, das die Qualität gereinigter Abluft unter Gesundheitsaspekten analysiert. Hintergrund ist die Ozon-Entwicklung in Verbindung mit Plasma-Technologie und die damit verbundenen Debatten. Dazu Jürgen Heitmann: „Bei unseren Avitana-Filtern zerfällt das im Reinigungsprozess kurzzeitig entstehende Ozon vollständig in reinen Sauerstoff noch vor Verlassen der gereinigten Luft aus dem Filter.“ Das Institut für Energie- und Umwelttechnik e. V. (IUTA) hat die Ozon-Emission stellvertretend am Beispiel der Filtereinheit Rondo 500 – eingebaut in eine handelsübliche Dunstabzugshaube – mit und ohne Aktivkohlefilter gemessen und kam zu folgendem Ergebnis: Die Ozon-Konzentration ist mit Aktivkohlefilter um 99,5 Prozent geringer als ohne. In Messwerten: Mit Aktivkohlefilter betrug die Ozon-Konzentration in der 30m³-CADR-Testkammer nach 90 Minuten 4 ppb (parts per billion) bzw. 0,004 ppm (parts per million) – ohne Aktivkohlefilter 879 ppb (0,00879 ppm). Zum Vergleich: Das Umweltbundesamt hat den Ozon-Richtwert für Innenräume auf 200 μg/m3 festgelegt (≙ 0,200 mg/m3 ≙ 0,100 ppm).

Die neueste Zertifizierung stammt von der Kieler Olfasense GmbH. Das Familienunternehmen startete 1976 mit Olfaktometrie, diagnostischen Verfahren zur Prüfung des menschlichen Riechvermögens, konzentrierte sich später auf Geruchsmessungen im Umweltbereich und entwickelte sich zu einem der führenden Anbieter von Instrumenten, Geräten und Technologien für Geruchslabore. Ab 2001 kamen sensorische Produkt- & Materialprüfungen hinzu. 2018 wurde ein neues Speziallabor für molekulare Geruchsanalysen/- messungen eröffnet. Heute nimmt die Olfasense- Gruppe eine weltweit führende Position ein – als Gerätehersteller in der Olfaktometrie, als Berater für Geruchsmanage- ment im Umweltbereich sowie bei der sensorischen und molekularen Analyse und Beurteilung von Produkten und Materialien.

Avitana ließ sein Plasma-Umluftfiltersystem vor kurzem von dem in Kiel ansässigen Unternehmen nach der DIN EN 13725 (Messung der Geruchsemissionen) in zwei typischen, geruchsintensiven Szenarien testen: dem wiederholten Frittieren von Pommes frites sowie nach dem Anbraten von Fisch. Da die Molekularstrukturen der Küchengerüche durch die Plasma-Filtration ionisiert und physikalisch reduziert werden, betrug die Geruchsminderung im ersten Anwendungsszenario 96,5 Prozent, im zweiten 95 Prozent – die Olfasense-Prüfer vergaben beides Mal die Note 1.

Beratung & Vertrieb
Das noch junge Unternehmen aus Herford, Anfang 2018 gegründet, vertreibt seine Plasma-Umluftfilter unter eigener Marke auch in Österreich, Spanien, den Niederlanden, Skandinavien, Tschechien, Australien und demnächst, wie Jürgen Heitmann verriet, auch in Indien und weiteren asiatischen Ländern. Das Exportgeschäft und der internationale Vertrieb erfolgen über die Mares Marketing S.r.l. in Varese/Italien. Avitana ist zudem auch als OEM-Partner aktiv. Mittlerweile gibt es acht Industrievertretungen bundesweit. Zu Großhändlern zählen Lenoxx Designhauben, Sagemüller & Rohrer und die EKK Vertriebs GmbH. (gr)

* DIN EN 60335-1 (VDE 0700-1):2012-10; EN 60335-1:2012 DIN EN 60335-1 Ber.1 (VDE 0700-1 Ber.1):2014-04; EN 60335-1:2012/AC:2014 EN 60335-1:2012/ A11:2014 DIN EN 60335-2-65 (VDE 0700-65):2013-02; EN 60335-2- 65:2003+A1+A11:2012

KÜCHENhandel 03/2020

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